Achtung falsche Pressemitteilung

IHK Südthüringen verbreitet eklatante Fehlinformation zum Rennsteig-Ticket

 

Die vom stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, Jan Scheftlein, in der Presse verbreitete Nachricht zur Verrechnung der Einnahmen des Rennsteig-Tickets ist falsch. (Pressebericht Wochenspiegel Hildburghausen 18.1.2017)

 

Die Fahrgeldeinnahmen, welche die Gemeinden über den Kurbeitrag von Übernachtungsgästen einnehmen, werden nach einem von den Verkehrsunternehmen gemeinschaftlich bestimmten Verteilungsschlüssel aufgeteilt. Dabei spielt keinesfalls der sogenannte Fahrplankilometer eine Rolle, also die von den Unternehmen vorgehaltene Fahrleistung nach Fahrplan. Sondern es wird eine Aufteilung vorgenommen, welche einerseits die tatsächliche Zahl der Gäste in den einzelnen Gemeinden und andererseits die vorgehaltenen Linien berücksichtigt. Diese für die Verkehrsunternehmen sehr wichtige Regelung wurde nie anders praktiziert und hat sich seit Einführung des Tickets im Dezember 2015 bewährt. Sier ist auch die ideale Grundlage für alle geplanten Erweiterungen.

 

Die seitens der IHK genannte mögliche Einnahme von 6.000 Euro für die Stadt Suhl entbehrt jeglicher aktuellen Grundlage. Diese Falschmeldung geht vermutlich zurück auf erste, nicht abgeschlossene und fehlerhafte Überlegungen in der Machbarkeitsstudie für das Rennsteig-Ticket 2015. Diese wurden nie umgesetzt. Würde sich die Stadt Suhl am Rennsteig-Ticket beteiligen, wären die auf das Suhler Nahverkehrsunternehmen entfallenden Einnahmen um ein Vielfaches höher als die zitierten 6.000 Euro. Auf welchen Linien dabei das Rennsteig-Ticket anerkannt würde, liegt allein in der Entscheidung des Verkehrsunternehmens und der für die Genehmigung des Tickets zuständigen Behörde. Das Einbeziehen ganzer Stadtverkehre, z.B. von Suhl, würde von allen bereits Beteiligen sehr begrüßt.

 

Der Verein Bus & Bahn Thüringen e.V. (BBT), der das Rennsteig-Ticket mit entwickelt hat und verwaltet, berichtete bereits ausführlich auf verschiedenen Veranstaltungen (teilweise unter Federführung der IHK Südthüringen) im Jahr 2016 über den tatsächlichen Sachstand, ging rückblickend auf die Fehler der Planungsphase ein und stellte die weiteren Entwicklungspläne zum Rennsteig-Ticket vor. Die Erweiterung des Rennsteig-Tickets ist ein fest verankerter Teil der Zukunftsstrategie für den Thüringer Wald. Angedacht sind unter anderem die Ausdehnung auf weitere Gemeinden, das Einbeziehen bereits anderer bestehender Gästekarten mit inkludiertem ÖPNV, die Erweiterung der Gültigkeit des Tickets auf ganze Netze sowie langfristig die Einführung einer elektronischen Gästekarte im Thüringer Wald. Aktuell steht BBT in Verhandlungen mit dem Schwarzatal und führt viele Gespräche mit verschiedenen Gemeinden. Dabei ist die IHK stets gern gern gesehener Gesprächspartner!

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